Gast-Kommentar: Spezialisten aus Kärnten

Ich war bei der Vorstellung der Firma Holzer am 24. April anwesend. Herr Holzer ist ein sehr sympathischer Privatunternehmer aus Kärnten, der uns seinen Malerbetrieb mit 3 Mitarbeitern vorstellte, sein Jahresumsatz liegt bei zirka EUR 150.000,–. Ihm dürfte das Risiko, das er mit unserer großen Anlage auf sich nimmt, gar nicht bewusst sein! Er zeigte uns das Reinigungsgerät, vorführen konnte er es nicht. Dieses Gerät war nagelneu und ungebraucht. Es ist ein Hochdruckreinigungsgerät im geschlossenen System. Herr Holzer selbst gab zu, dass es bei Stellen des Hauses, die schmäler als der Reinigungsaufsatz sind, seitlich zu einem Austritt von Sprühnebel kommt. Darin befinden sich aber Asbestfasern! Fraglich ist, ob es nicht auch – aufgrund der senkrechten Stellung – unten zu einem Austritt von Schmutzwasser kommt, das die Fassade entlang hinunter rinnt. Wenn die am Boden aufgelegten Planen die Menge des Schmutzwassers nicht mehr aufnehmen können, wird das Erdreich rund um die Häuser mit Asbestfasern kontaminiert und die Asbestfasern werden noch längere Zeit in die Luft aufgewirbelt!
Herr Holzer gab an, dass er kundig im Umgang mit Asbest ist. Von mir und einigen anderen Eigentümern wird dies bezweifelt, da er in seinem ersten Angebot an uns ebenfalls mit 300 bar reinigen wollte, was aber aufgrund der erhöhten Freisetzung von gesundheitsgefährdenden Asbestfasern nicht zulässig ist. Auch wusste Herr Holzer nicht, ob seine Arbeiter Staubmasken tragen werden.
Herr Holzer berichtete auch, dass er seinen Mitarbeiterstab für diesen Auftrag verdoppeln werde. Er wird nun mit 6 Mitarbeitern die 4 Häuser reinigen und neu malen (18.110 m²) sowie 120 m² (5 %!) des beschädigten Fassadenputzes von 2.260 m² (!) Sockel sanieren! Das heißt 5 % des Sockels werden renoviert, die anderen 95 % des Sockels werden überstrichen – durch diese Maßnahme ist für einige Zeit der Schaden nicht mehr sichtbar.
Zu hoffen ist außerdem, dass die Arbeiter mit den geliehenen Hubarbeitsbühnen bzw. Skyclimbern zurecht kommen, die Firma Swietelsky zum Beispiel hätte die Arbeiten nur mit einem Gerüst durchgeführt!
Da diese Firma von der HV Ogris ausgewählt wurde, muss es sich um wirkliche Fachleute handeln. Die Firma ist kundig in abesthaltigen Materialien, hat Spezialisten für die Befestigung der Asbestzementplatten sowie die Malerei und wird die Schäden an Dämmung (?) und Putz des Sockels nachhaltig renovieren…
Ich schätze alle MiteigentümerInnen und verstehe, dass sie sich auf Herrn DI Ogris verlassen, dass er seinen Pflichten als Hausverwalter nachkommt. Auch ich habe bis vor kurzem seinen Aussagen vertraut. Seit Monaten will ich nur die schriftliche Freigabe vom Arbeitsinspektorat. Alle anwesenden EigentümerInnen konnten sich überzeugen, dass er mir dieses Schreiben nicht vorlegte sondern nur darauf hinwies, dass dieses existiere. Dieses Schreiben wurde nicht nur von mir sondern auch von anderen MiteigentümerInnen von der HV Ogris angefordert. Wieso gibt er uns dieses Schreiben nicht, wenn er es besitzt? Sollten Sie Interesse haben, fragen Sie beim Grazer Arbeitsinspektorat nach, ob Herr DI Ogris eine Zusage für diese Arbeiten zum Zeitpunkt der Vorstellung der Firma hatte. Einige MiteigentümerInnen haben dies bereits gemacht und ihnen wurde berichtet, dass dem Arbeitsinspektorat noch keine Meldungen vorliegen.
Herr DI Ogris hat grobe Fehler beim Auswahlverfahren für diese Sanierung begangen. Er legte uns nur 2 Angebote vor, die jeweils mit 300 bar putzen wollten, wobei die Firma Vertikala vom Angebot zurückgetreten ist. Laut Hausverwaltervertrag existieren daher nicht mehr 3 Angebote für die Reinigungsvariante.
Weiters berichtete Herr DI Ogris, dass der Vertrag von Herrn Holzer bereits unterzeichnet ist und er jetzt dessen Versicherung prüfe. Es ist fraglich, ob die Versicherung die Deckungssumme noch erhöht, wenn das erhöhte Risiko bereits bekannt ist.
Ich möchte hier nur die MiteigentümerInnen informieren. Wir sind nur etwas genervt, wieso wir von Herrn DI Ogris, der ja zu Beginn seiner Hausverwaltertätigkeit versprochen hat, für alle dazu sein, uns keine schriftlichen, behördlichen Unterlagen übermittelt. Wir erhielten mit dem Schreiben der HV vom 31.3.2015 das Schreiben von Herrn Hammer, lieber wäre mir die „schriftliche Freigabe“ des Arbeitsinspektorats gewesen!
Positiv war, dass ich im Rahmen der Vorstellung der Firma Holzer mit einigen Miteigentümern in entspannter Atmosphäre meine Beweggründe darlegen konnte. Die MiteigentümerInnen haben Recht, dass unsere Fassade renoviert werden muss,nur lasst uns auch an die Kinder in dieser Anlage denken, bevor es zu spät ist. Der Leidensdruck durch diese renovierungsbedürftige Fassade ist sehr hoch. Hier konnte ich mich bei einem Gespräch mit Herrn P. überzeugen, das ich im Zuge der Angebotskontrolle führte. Er sieht die Asbest-Problematik nicht so krass, denn es gäbe auch Tote beim Autofahren und wir fahren trotzdem. Ich für mich sehe mich aber hier in der Verantwortung, ich möchte mir nicht vorwerfen lassen, dass ich an nur einem Asbestopfer mitschuldig bin.

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